Archiv | November, 2013

Foto-Dokumentationen

4 Nov

44 Tage Blockade vor den Toren der Monsanto Fabrik

Seit über einem Monat wird der Bau der Monsanto-Fabrik erfolgreich blockiert. Am Wochenende wurde der 44ste Tag gefeiert. Menschen campen nicht nur auf der Zufahrtsstrasse und verhindern, dass Baumaterial auf das Geländer gelangen kann, Tag täglich finden Bildungs- und Kulturveranstaltungen statt, Debatten, Vorträge, Workshops, ein Gemüsegarten wurden angelegt und Lehmöfen gebaut.

Eine Zeit die dazu gedient hat den Konflikt sichtbar zu machen, die Aufmerksamkeit und Präsenz der Medien zu gewinnen. Immer mehr Fakten und Daten kommen ans Licht, die die Unregelmässigkeit, Illegalitäten und Korruption aufdecken, mit der das Unternehmen und die Politik handeln und mit denen das Projekt bis jetzt vorangetrieben wurde. Langsam wird die breitere Bevölkerung auf das Thema aufmerksam, fordert Informationen und übt Kritik. Das Thema wird von allen Seiten beleuchtet: gesundheitliche Aspekte, rechtliche Lage, Umweltfaktoren, entwicklungspolitische Perspektiven, aus demokratischer und menschenrechtlicher Situation etc. Auf allen Ebenen wird rotiert, Anwälte arbeiten auf der juristischen Ebene. kompromittierte Journalisten publizieren, Ärzte und Biologen veröffentlichen wissenschaftliche Analysen, ich arbeite auf der Gemeindeebene und viele Bürger stellen ihre Körper quer.

In meiner Arbeit geht es in erster Linie darum, die Selbstbestimmung der Gemeinden zu fördern, die Menschenrechte zu verteidigen und Rechtsverletzungen anzuzeigen. Für eine Selbstbestimmung der Bevölkerung über ihre Territorien, ihre Lebensgrundlage, ihren Lebensraum, ihre Gesundheit und Zukunft sind Wissen und Strategien grundlegend. Während die Regierungspolitik und die Unternehmensstrategien darauf setzten die Bevölkerung unwissend und passiv zu halten, zu manipulieren, zu kaufen oder zu unterdrücken. Setzt meine Arbeit genau an diesem Punkt an, Instanzen zu schaffen, in denen die Menschen zusammenkommen, ihre Meinung ausdrücken können, sich aktiv informieren, bilden und planen können. Neben Arbeit direkt in der Gemeinde hab ich ein Projekt geschrieben, das nun an den Schulen in Cordoba präsentiert wird, das Thema Monsanto, Sojaanbau, genmanipulierte Lebensmittel, Agrogift und Alternativen zum aktuellen Agrarmodel soll an allen Schulen mit den Schülern behandelt werden.

Derzeit liegt die Hoffnung vieler bei der Genehmigung eines provinzialen Volksentscheids über den Bau der Monsanto-Fabrik (auf Gemeindeebene wurde der Antrag bereits abgelehnt).

Zum Abschluss zum eigentlichen Thema dieser Pubikation, zwei Fotoreportagen:

http://www.boston.com/bigpicture/2013/10/agrochemical_spraying_in_argen.html

http://www.reportagebygettyimages.com/features/stories-of-a-wounded-land/