Von Bränden und Wolkenbrechern

18 Sep

Das Umland von Cordoba brennt, seit über einer Woche fressen die Flammen sich vor. Schätzungen gehen von bereits 40.-80.000 ha verbranntem Land aus, mehrere Gemeinden wurden evakuiert.

Wie jedes Jahr, ist seit Mai kein Tropfen Wasser mehr gefallen und nun haben die „tormentas de SantaRosa“ begonnen, ein heisser Wind, der mit um die 80 km/h über das trockene Land fegt, nach alter Bauernregel setzt dieser Wind am 30. August ein und kündigt das Ende der Trockenzeit an, auch dieses Jahr hielt die Bauernweisheit, es stürmt, es ist heiss, die Temperaturen haben die 40 Grad Marke überschritten. Die Luft ist voll Sand, Staub und Asche. Seit Tagen wird Regen angesagt und dann wieder abgesagt.

Noch dazu bebte die Erde vor einigen Tagen. Die Pachamama ist zornig, sagen die einen, eine fehlgeschlagene Landentwicklung sagen die anderen, eine Naturkatastrophe, wie sie überall und immer wieder mal vorkommt sagen die Politiker.

Die letzte Wochen hab ich mit der Koordination von Lebensmittel- Kleidungs- und Materialspenden aus der Stadt verbracht. Die Bedürfnisse in diesem Bereich sich nun vorerst gedeckt. Und auch die Brandherde sind mittlerweile unter Kontrolle. Dank eines radikalen Temperatursturzes, der Schneefall mit sich brachte.

Ursachen und Umstände rücken ins Licht, nicht nur die mögliche Brandstiftung, Motive wie Landgewinnung und Bauernvertreibung, sondern auch der Einsatz von so genannten „rompe tormentas“ (Gewitterbrechern), finden Eingang in die öffentliche Diskussion. Bei letzteren handelt es sich um Flugzeuge, die Kochsalz, Silber oder Bleiiodid in Wolken „einimpfen“, damit eine künstliche Kondensation bewirken und sie so zum Abregen bringen. Sie werden nicht nur zur Unwetterbekämpfung oder Hagelabwehr genutzt (Hagelkörner werden verkleinert) sondern auch um Regen lokal zu beeinflussen. In den letzten Jahren berichteten Bauern aus der Region immer wieder, den Einsatz von solchen Flugzeugen beobachtet zu haben. Es regnete in den Sojaanbaugebieten und in den Bauern Territorien bleibt es trocken (in eben grad diesen, in denen nun die Brände herrschen). Gestartet wird von einem privaten Sportflugplatz, die Betreiber verweigern jegliche Auskunft. In den Medien werden diese Beobachtungen als Mythos und Aberglaube abgetan. Noch fehlen genaue Kenntnisse, aber es ist ein wichtiger Schritt, dass dieses Thema nun endlich öffentliche Aufmerksamkeit erhält um weitere Fragen zu erörtern.

Wer sind die Betreiber? Welche Folgen hat der Einsatz dieser Substanzen für die Umwelt? Welche Folgen gibt es für die regionale Entwicklung? Welche lateral Schäden können auftreten? Wer hat das Recht das Klima lokal zu beeinflussen?

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