Archiv | Mai, 2012
14 Mai

Auch wenn ich schon  lange keinen Bericht mehr veröffentlicht habe, gab es dennoch so einiges zu tun.

Die Idee der Gesundheitsstudie begann Form anzunehmen, dazu trugen lange, lange Lese- und Studientage bei: wie führt man eine epidemiologische Volkstudie überhaupt durch? Welches sind die wissenschaftlichen Regeln, die in einem solchen Fall anzuweden sind, kann man die überghaupt erfüllen? Ist die wissenschatliche Legitimität überhaupt ein Ziel, das wir mit der Studie anstreben wollen? oder geht es in erster Linie um das Bewusstsein der betroffenen Bevölkerung, deren Denkensart meist weit entfernt von der Wissenschaft lieg.

Dann das Aufsuchen und Sammeln von bereits extistierenden Forschungsarbeiten im Bereicht Umwelt und Gesundheit, und in einigen Fällen ihrer Verfasser. Eine lange und noch nicht endende Suche nach Ärzten, die uns im Bereicht der Syntomatik möglicher Folgekrankheiten weiterhelfen, die durch die Mine freigesetzten Schwermetalle und Chemikalien hervorgerufen – Nachmittage am Telefon!!! Ohne all zu grosse Erfolge. Ich bin mir wohl mal wieder nicht ganz der politischen Dimension bewusst, dem Misstrauen und der Angst sich in das Thema zu involvieren, mehrere Interwietermine wurden im letzten Moment abgesagt, immerwieder die Frage mit wem ich zusammenarbeite, wer finanziert und welche Interessen hinter dem Projekt stehen etc.

Dann die Projektvorstellung auf der Regionalversammlung (an der Vertreter aus vielen Andengemeinden teilnehmen), ich traf auf volles Einverständnis und eine lange, noch offene Diskussion über die Ziele und Angehensweise.

Anfang April, Reise nach Belen, es waren eine Bürgerversammlung zur Strategieplanung, Arbeitsgruppenbildung und Aufgabenverteilung sowie verschiedene Interwies geplant, (z.B. mit der Direktorin des Krankenhauses, ex-Minen-Angestellten, die aus Gesundheitsgründen entlassen wurden etc…) ja die Zeiten der Gemeinden ticken in einem anderen Rythmus und ich hatte mir mal wieder zu viel vorgenommen, oder vielleicht einfach nur andere Prioritäten gesetzt als die Gemeinde. Und so ging einiges andere voran und statt einiger Interwies haben wir das Konzept einer regionalen Gemeindezeitung erstellt. Die Idee war auf der letzten Regionlversammlung geboren und nun gleich schon umgesetzt.

Aufgrund meiner akuten Reiseunfähigkeit, konzentriert sich seit drei Wochen meine Arbeit hier in Cordoba. Aliierten suche! Mit einer Epidemiologie-Arbeits-Gruppe der Universität laufen Verhandlungen über eine mögliche Zusammenarbeit. Ich halte es für strategisch eine Rückdeckung der Uni für das Projekt zu habe. Letzte Woche ein erfolgreiches Treffen mit den „Medicos del Mundo“, die ihre Kolaboration zugesagt habe.

Ansonsten habe ich wieder begonnen hier in den cordobanischen Bergregionen Workshops zu geben. Hier geht es nicht um Goldminen, aber um akute Wasserprobleme die durch Sojamonokultur, Entwaldung, warlose Urbanisierung, etc hervorgerufen werden. In den Workshops geht es also um die Bildung der Bürger im Bereich Grundrecht auf Wasser, Selbstbestimmung der Gemeinden, Vermittlung konkreter Werkzeuge und Strategien gegen diese Entwicklungen anzugehen, Anzeigen zu erstatten, die gültigen Rechte zu verteidigen, das Entwicklungsmodel in Frage zustellen, partizipative Alternativen zu suchen.

Mit dem Netzwerk-Leuten „alternativer Medien“ aus Cordoba organisiere ich ein Wochenendtreffen in Belen. Nach der grossen Blokade-Aktion des Sommern wurde ein Radio-Sender gespendet. Die Leute aus Cordoba werden beim Bau der Antenne und restlichen technischen Instalation helfen.

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