Archiv | Februar, 2012

Taz-artikel

21 Feb

http://taz.de/Bergbau-in-Argentinien/!86185/

http://taz.de/Proteste-in-Argentinien/!87559/

visuelle Eindrück

5 Feb

hier zwei Videos über die Aktionen der letzten Tage und Wochen

video über die Blokade:

 

Video über die Karawanne

Tag 17 auf der Blokade

5 Feb

Am heutigen Sonntag feiern wir den 17 Tag auf der Strassenblockade. Freude und Erschöpfung mischen sich. 17 Tage und Nächte haben wir auf der Ruta 40 hinter uns. Die genaue Zahl der gestoppten LKWs kennen wir nicht, aber es gibt Nachrichten, dass die normale Aktivität der Mine erheblich beeinträchtigt ist.
Tagsüber begleitet uns die Sonne und Temperaturen weit über 30 Grad. Nachts, schmücken Millionen von Sterne den Himmel.
Lange Stunden und Gespräche am Lagerfeuer, Strategieplanungen, Reflexionen über die Aktivitäten des Tages, Analysen der Kontra-Aktionen der Pro-Minen-Gruppen, der Medien etc, füllen die kühlen Nächte.
Um eine Bilanz zu ziehen, ich glaube wir haben mehr erreicht in diesen Tagen, als wir uns hätten erträumen lassen. Und auch die Früchte der Arbeit des letzten Jahres lassen sich zeigen.
Eine sehr intensive Woche liegt hinter uns, Tag für Tag haben wir parallel zur Blockade, in den Stadtvierteln gearbeitet, sind von Haus zu Haus gegangen, haben die Bürger über die Problematik informiert Dokumentarfilme ausgestrahlt, künstlerische und informative (Menschenrechte, partizipative Demokratie etc.) Workshops gegeben, gemeinsame Lösungsansätze gesucht, zur direkten Beteiligung eingeladen.
Am Mittwoch fand eine Karawane geben die Minen statt, die mit weit über 100 Fahrzeugen durch alle Viertel des Ortes führte und mit eine Demo am Hauptplazt endete.  Die Beteiligung der Bevölkerung war unerwartet gross, laut und bunt. Aber der Erfolg ging weiter, Bürger organisierten für den nächsten Tag, eine Versammlung um das Fehlen des Trinkwassers, das die Region seit in Inbetriebnahme der Mine zeichnet, öffentlich anzuzeigen. Hunderte Bürger kamen zusammen um ihr Recht auf Trinkwasser zu reklamieren. Wenige Stunden später erschien ein Vertreter der Mine mit einer Wasserpumpe, als Geschenk für die Gemeinde. Der Bürgermeister lehnte die Pumpe ab. Diese unerwartete Reaktion lässt uns feiern und wissen, dass sich im Bewusstsein der Gemeinde etwas grundlegendes ändert.
Am Donnerstag fanden landesweit solidaritäts-Demos statt und das Thema hat sich fest in den Medien installiert. Woraufhin die Regierung der Provinz verkündete, vorerst von einer Räumung, der mittlerweile fünf Blockaden in der Provinz Catamarca, abzusehen.
Wir scheinen auf dem richtigen Weg zu sein.

Vor wenigen Tagen näherten sich zwei Minenarbeiter der Blockade und übergaben uns einen Kanister mit Flüssigkeit. Es sei das mit Zyanid kontaminierte Wasser, dass die Mine direkt in die Wasserläufe leitet, die Belen mit Trinkwasser versorgen. wir betrachten es noch mit Skepsis, sind aber auf der dringenden Suche nach einem Labor das eine Analyse des Wassers realisieren kann.
Für heute nachmittag ist ein Kulturtreffen auf der Blockade geplant.
Heute Abend werde ich nach Tinogasta reisen (einer 200 kilometer nördlich liegenden Gemeinde, die ebenfalls eine Blokade aufrecht halt) und mich dort mit einer Gruppe kompromittierter Ärzte  treffen. Um genaues Vorgehen für die Bestandsaufnahme der Krebsfälle in der Region zu planen.

Strassenblokaden entlang der Andenkette

1 Feb

La Rioja, Nachbarprovinz Catamarcas. Ein kleiner Ort, 7000 Einwohner, gelegen am Fusse, des gleichnamigen Berges „Famatina”.
Bekannt ist mir der Ort mit seiner Problematik seit über einem Jahr.: „El famatina no se toca“ (der Famatina wird nicht angefasst).

Dieses Motto wurde immer wieder von Delegierten auf die verschiedenen Treffe, UACs, Seminare getragen.
Seit dem 2. Januar 2012 haben Bewohner der Gemeinde Famatina die Ruta 40 blokiert, die Zufahrtsstrasse zur geplanten Mine blokiert auf dem Famatina.
Im Dezember fand in allen Provinzen der Regierungwechsel statt. „Herrera “, der neue Regierungschefs der Provinz, hatte die Wahlen mit dem Slogan, „no a la mineria“- (nein zu den Minen), gewonnen. Kaum hatte er sein Amt angetreten, hatte er ein Abkommen mit der kanadischen Osisko Mining Corporation unterschrieben, die dem Unternehmen, die Inbetriebnahme der Mine erlaubte. Die Bevölkerung reagierte darauf:.
Seit fast einem Monat campen mehrere hundert Menschen auf der Ruta 40, und stoppen die LKWs mit Materialien fuer die Mine “Bajo La Alumbrera”.
Die Regierung hatte wohl nicht mit einem so grossem Widerstand der Bevölkerung gerechnet, dazu gehört auch der Bürgermeister, der Pastor und die provizialen Polizei, die sich vor der möglichen Räumung der Strasse, Urlaub nahmen oder krank schreiben liessen.

Auch ich befinde mich seit 10 Tagen auf der Ruta 40, wenige Kilometer vor Belen. Wo wir die LKWs blokieren die Materialen zur Mine hinauf oder hinunter transportieren.

Alle anderen Fahrzeuge, werden angehalten und über Grund und Ziel der Aktion informiert. Es werden Flyer und Broschüren mit Information über die Konsequenzen der Megaminenprojekte verteilt und dazu eingeladen sich aktiv am Widerstand zu beteiligen, dannach können die Fahrzeuge ihre Reise fortsezten.

Abends finden Videoprojektionen, Kulturveranstaltungen, Aufklärungskampañ en und Workshops in den Stadtvierteln statt.

unser Pressebüro und Radiostation

Täglich nähern sich mehr Menschen der Blokade, langsam schwindet die Angst der örtlichen Bevölkerung sich zu beteiligen. Nicht nur die Minen werden in Frage gestellt, sondern auch die Regierung, das Konsumverhalten, das Produktions-und Entwicklungsmodel der Region.
Fernsehsender nähern sich vorsichtig an, Dokumentarfilmer sind vor Ort, und das Thema erscheint in den Medien.
Über die Netzwerke, erreichen uns Lebensmittel, Materialien und Menschen, um die Blokade aufrechtzuhalten.
Vor wenigen Tage hat Amaicha, eine nördlich gelegendere Gemeinde der Provinz Tucuman ebenfalls eine Blokadeaktion begonnen. Und vor wenigen Minuten erreichten uns Nachrichten, dass die Gemeinde Tinogasta, ebenfalls eine Blokade errichtet hat.
Somit sind nun in drei Provinzen Argentiniens die Zufahrtsstrassen zu den Mega-Minen der Anden blokiert.
Das wichtigste aber wohl ist, dass die Problematik landesweit Medienpräsenz gewonnen hat und dass ein direkter Kontakt mit den Bürgern entsteht.