Archiv | Oktober, 2011

Der ethische Volksprozess gegen die transnationalen Unternehmen

3 Okt

Bei dem ethischen Volks-Prozess gegen die transnationalen Unternehmen handelt sich um eine Initiative, die von verschiedenen sozialen, ambientalen und politischen Gruppen und Bewegungen ins Leben gerufen wurde.

Mit ethisch ist “sumak kawsay” gemeint, was in der Sprache der Andenvölker die „Achtung für das Leben in seiner Integrität“ bedeutet, also Achtung für die Muttererde als integrales Ökosystem und das Leben in all seinen Dimensionen .

Bei diesem kritischen, ethischen Volks-Prozess sollen zum einen Argumente, Materialien und Beweismittel gesammelt und verbreitet, die die von den Unternehmen verursachten Schäden, Folgen und Ausbeute im Land belegen. Diese werden in Form von Anzeigen, Dokumenten und Zeugenaussagen präsentiert.

Ein weiteres Ziel dieses ethischen Volksprozzesses besteht in der direkten Forderung an das Justizsystem eine ethische(re) Stellung einzunehmen, gleiches gilt für die Bereiche der politischen Verantwortung und jener anderen Institutionen, die Auswirkungen auf gemeinschaftliche Ebenen haben. (z.B. Medien, Bildungsinstitutionen, Kirche etc.)

Auf der Anklagebank sitzen Unternehmen wie Minera La Alumbrera, Agua Rica y Barrick Gold, Respol, Monsanto und Ledesma. Auf der Zeugenbank, Bürger der betroffenenen Gemeinden, Referenten von sozialer Bewegungen, komprometierte Akademiker. Auf der Richterbank, „berühmte“ Persönlichkeiten aus dem Bereich Menschenrechte wie Marta Baravalle (Madres de Plaza de Mayo), der Friedensnobelpreisträger Perez Esquivel etc.

Am dritten Prozesstag stimmt das ethische Volkstribunal  darüber ein, dass die Produktionsmethoden der transnationalen Unternehmen als Verbrechen gegen die Menschheit und gegen die Natur aufzufassen sind. „In der Blütezeit der Menschenrechte erleben wir einen verdeckten Völkermord, der durch Kontamination, Ausbeute, Ausgrenzung, Vertreibung und Krankheiten tötet“.

Die territorialen und natürlichen Wert der „Räume“ werden ignoriert und damit die Personen, Gruppen, Kulturen und Länder entwürdigt und zerstört. Es handelt sich um eine neue, akzentuiert Dimension des Kolonialismus. Den Unternehmen wird neben Völker- und Umweltmord, die Verletzung der territorialen Souveränität, die Verletzung der Menschenrechte, Verfassungswidrigkeit und Korruption vorgeworfen, die in Komplizenschaft mit der Regierung ausgeübt werden.

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